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Grundlagen

Dysphagie bei Krebserkrankungen

Nicht nur Tumoren im Kopf-Hals-Bereich – auch Chemotherapie, Strahlentherapie und Krebserkrankungen anderer Organe können das Schlucken beeinträchtigen.

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Krebs und Schlucken – ein breites Thema

Dysphagie bei Krebserkrankungen wird oft mit Kopf-Hals-Tumoren assoziiert. Doch Schluckstörungen treten weit darüber hinaus auf – bei Speiseröhrenkrebs, Lungenkrebs, Hirnmetastasen und als Nebenwirkung systemischer Therapien. Sie beeinträchtigen Ernährungszustand, Lebensqualität und Therapieverträglichkeit.

Therapiebedingte Dysphagie

  • Chemotherapie: Mukositis (Schleimhautentzündung) in Mund und Speiseröhre erschwert das Schlucken durch Schmerzen und Schwellung.
  • Strahlentherapie: Neben der Wirkung bei Kopf-Hals-Tumoren kann auch eine Bestrahlung im Thoraxbereich die Speiseröhre betreffen.
  • Immuntherapie: Seltener, aber möglich – immunvermittelte Entzündungen im Gastrointestinaltrakt.
  • Mundtrockenheit: Eine häufige Nebenwirkung vieler Krebstherapien, die das Schlucken erheblich erschwert.

Mangelernährung als Teufelskreis

Dysphagie bei Krebs führt besonders schnell zu Mangelernährung und Kachexie, weil der Bedarf durch die Erkrankung und die Therapie erhöht ist. Mangelernährung wiederum verschlechtert die Therapieverträglichkeit und die Prognose. Eine frühzeitige Ernährungsintervention durchbricht diesen Kreislauf.

Ernährung während der Therapie

Die IDDSI-Stufe wird individuell festgelegt. Häufig benötigen Betroffene während Akutphasen eine weichere Konsistenz, die danach wieder gelockert werden kann. Energie- und proteinreiche Zubereitungen, Trinknahrung und gezielte Anreicherung sichern die Versorgung. Bei schwerer Mukositis können kühle, glatte Speisen Schmerzen lindern.

Geschmacksveränderungen

Viele Krebstherapien verändern den Geschmack. Metallischer Nachgeschmack, veränderte Süss- oder Bitterwahrnehmung und genereller Appetitverlust sind häufig. Gegenstrategien wie Umami-reiche Zubereitungen, Zitrusaromen oder Temperaturanpassung können helfen.

Interdisziplinäre Begleitung

Onkologische Ernährungsberatung, Logopädie und Schlucktherapie arbeiten eng zusammen. Die Kostform wird regelmässig an den Behandlungsverlauf angepasst. Spezialisierte Angebote finden sich unter Anlaufstellen.

Nachvollziehbar

Quellen & Referenzen

  1. [1]Frowen, J., et al. (2020). Dysphagia in patients with non-head and neck cancers: a systematic review. Supportive Care in Cancer, 28(11), 5037-5050.
  2. [2]Arends, J., et al. (2017). ESPEN guidelines on nutrition in cancer patients. Clinical Nutrition, 36(1), 11-48.
  3. [3]Bressan, V., et al. (2016). The effects of swallowing disorders, dysgeusia, oral mucositis and xerostomia on nutritional status, oral intake and weight loss in head and neck cancer patients. European Journal of Cancer Care, 25(6), 1027-1040.
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