Ein unterschätztes Risiko
Menschen mit Dysphagie essen oft weniger – aus Angst, Anstrengung oder weil texturangepasste Kost weniger appetitlich erscheint. Zugleich ist pürierte Kost häufig energie- und eiweissärmer. Beides zusammen macht Mangelernährung zu einer der häufigsten Begleiterscheinungen der Dysphagie.
Folgen der Mangelernährung
- Abbau von Muskelmasse, auch der Schluckmuskulatur – ein Teufelskreis
- Geschwächtes Immunsystem und schlechtere Wundheilung
- Erhöhte Sturz- und Infektgefahr
- Längere Krankheitsdauer und verminderte Lebensqualität
Früherkennung
Warnzeichen sind ungewollter Gewichtsverlust, weite Kleidung, Appetitlosigkeit und lange Essenszeiten. Validierte Screening-Instrumente (etwa MUST oder MNA) helfen Fachpersonen, gefährdete Menschen frühzeitig zu erkennen.
Gegensteuern
Zentral ist die Anreicherung der Kost mit Energie und Eiweiss, ohne die IDDSI-Stufe zu verändern. Ergänzend können Zwischenmahlzeiten, medizinische Trinknahrung und eine appetitliche Präsentation helfen.
Fachliche Begleitung
Bedarf, Screening und Massnahmen gehören in die Hand von Ernährungsfachpersonen. Geeignete Anlaufstellen finden Sie in unserem Verzeichnis.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Volkert, D., et al. (2019). ESPEN guideline on clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clinical Nutrition, 38(1), 10-47.
- [2]Wirth, R., et al. (2016). Oropharyngeal dysphagia in older persons – from pathophysiology to adequate intervention. Clinical Interventions in Aging, 11, 189-208.
Austausch
Kommentare
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