DysphagieFood LogoDysphagieFoodWISSEN. ESSEN. LEBENSQUALITÄT.
Wiki-Übersicht

Praxis

Mundtrockenheit (Xerostomie)

Zu wenig Speichel erschwert Kauen, Bolusbildung und Schlucken erheblich. Ursachen, Folgen und praktische Gegenmassnahmen bei Dysphagie.

Fachlich geprüft Version 1.0
Merken

Speichel ist unterschätzt

Speichel befeuchtet die Nahrung, formt den Bolus und startet mit seinen Enzymen die Verdauung. Fehlt er, wird selbst weiche Kost schwer schluckbar. Mundtrockenheit ist deshalb ein häufiger, aber oft übersehener Verstärker einer Dysphagie – siehe auch Speichel und Amylase.

Häufige Ursachen

  • Medikamente (u. a. viele Psychopharmaka, Diuretika, Anticholinergika)
  • Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich
  • Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom
  • Ungenügende Flüssigkeitszufuhr und Mundöffnung im Alter

Bei medikamentöser Ursache lohnt eine Überprüfung durch die Ärztin – dazu Medikamente bei Dysphagie.

Folgen für das Schlucken

Trockene Schleimhäute lassen Speisen kleben und im Rachen haften. Trockene, bröckelige Speisen wie Kekse oder Reis werden besonders gefährlich, weil sie im Mund zerfallen und schwer zu einem Bolus zu formen sind. Zugleich steigt das Risiko für Karies und Mundinfektionen.

Speisen anpassen

Feuchte, gleitfähige Konsistenzen mit reichlich Sauce oder Fett sind leichter zu schlucken. Trockene Komponenten werden gemieden oder mit Sauce gebunden. Diese Anpassung passt gut zur Zubereitung nach Level-4-Küchenpraxis.

Mundpflege und Befeuchtung

Regelmässige Mundpflege, Befeuchtung und – wo sinnvoll – Speichelersatzmittel lindern die Beschwerden. Auch häufige kleine Schlücke geeigneter Getränke helfen, ohne die verordnete Getränkestufe zu verletzen.

Flüssigkeit sichern

Mundtrockenheit und eine Dysphagie zusammen erhöhen die Gefahr einer Dehydratation. Ein bewusstes Trinkmanagement ist deshalb doppelt wichtig.

Nachvollziehbar

Quellen & Referenzen

  1. [1]Turner, M.D., & Ship, J.A. (2007). Dry mouth and its effects on the oral health of elderly people. Journal of the American Dental Association, 138(Suppl), 15S-20S.
  2. [2]Furness, S., et al. (2011). Interventions for the management of dry mouth: topical therapies. Cochrane Database of Systematic Reviews, (12), CD008934.
Geprüft von DysphagieFood Administration

Austausch

Kommentare

Fragen, Erfahrungen und Fachhinweise zu diesem Beitrag. Bleib bitte sachlich und respektvoll.

Kommentare werden geladen …