Ziel: die Funktion verbessern
Während kompensatorische Techniken sofort wirken, zielt die funktionelle Schlucktherapie auf eine dauerhafte Verbesserung der Schluckfunktion. Sie ist Aufgabe der Logopädie und folgt Prinzipien des motorischen Lernens: gezielt, wiederholt und ausreichend intensiv.
Kräftigende Übungen
Verschiedene Übungen stärken einzelne Muskelgruppen. Das Shaker-Training (Kopfhebeübung) kräftigt die Muskeln, die den Kehlkopf anheben und den oberen Speiseröhrensphinkter öffnen. Zungenkraftübungen gegen Widerstand verbessern den Bolustransport. Solche Programme wirken nur bei regelmässiger Durchführung.
Sensorische und thermische Reize
Bei einem verzögerten Schluckreflex können sensorische Reize helfen. Thermisch-taktile Stimulation oder der gezielte Einsatz von Geschmack und Temperatur regen die Reflexauslösung an. Diese Verfahren werden individuell erprobt und dosiert.
Gerätegestützte Verfahren
Ergänzend kommen teils apparative Methoden zum Einsatz, etwa Biofeedback oder Elektrostimulation. Ihre Wirksamkeit wird je nach Krankheitsbild unterschiedlich beurteilt; sie sind Teil eines Gesamtkonzepts und keine Einzellösung.
Zusammenspiel mit der Kost
Therapie und Kostanpassung greifen ineinander. Während die Funktion trainiert wird, sichert eine angepasste Konsistenz nach IDDSI die tägliche Ernährung. Verbessert sich das Schlucken, wird die Kostform – durch das Team – schrittweise gelockert.
Realistische Erwartungen
Nicht jede Dysphagie ist heilbar. Bei fortschreitenden Erkrankungen steht der Funktionserhalt im Vordergrund, bei akuten Ereignissen wie dem Schlaganfall oft eine deutliche Erholung. Ziel und Intensität legt das Behandlungsteam gemeinsam mit der betroffenen Person fest.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Speyer, R., et al. (2010). Effects of therapy in oropharyngeal dysphagia by speech and language therapists: a systematic review. Dysphagia, 25(1), 40-65.
- [2]Wirth, R., et al. (2016). Oropharyngeal dysphagia in older persons – from pathophysiology to adequate intervention: a review and summary of an international expert meeting. Clinical Interventions in Aging, 11, 189-208.
Austausch
Kommentare
Fragen, Erfahrungen und Fachhinweise zu diesem Beitrag. Bleib bitte sachlich und respektvoll.
Kommentare werden geladen …
