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Grundlagen

Dysphagie bei Multipler Sklerose (MS)

Multiple Sklerose kann das Schlucken durch wechselnde neurologische Ausfälle beeinträchtigen. Häufigkeit, Besonderheiten und praktische Tipps.

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Häufiger als vermutet

Schluckstörungen bei Multipler Sklerose (MS) werden oft unterschätzt. Studien zeigen, dass je nach Krankheitsstadium und Untersuchungsmethode ein erheblicher Anteil der Betroffenen eine Dysphagie aufweist – darunter viele, die subjektiv keine Beschwerden wahrnehmen. Dies macht ein aktives Screening besonders wichtig.

Warum das Schlucken leidet

MS schädigt die Myelinscheiden der Nervenfasern im zentralen Nervensystem. Je nach Ort der Entmarkungsherde sind unterschiedliche Phasen des Schluckens betroffen:

  • Orale Phase: verminderte Zungenkraft und -koordination
  • Pharyngeale Phase: verzögerter Schluckreflex, unvollständiger Kehlkopfverschluss
  • Stille Aspiration ohne sichtbares Husten

Typisch für MS ist, dass sich die Symptome schubförmig verändern und in Remissionsphasen teilweise zurückgehen können.

Fatigue als Verstärker

Die krankheitstypische Fatigue (schwere Erschöpfung) verschlechtert die Schluckfunktion zusätzlich. Mahlzeiten werden gegen Ende anstrengender, und die Aspirationsgefahr steigt mit der Ermüdung. Kürzere, häufigere Mahlzeiten und eine bewusste Planung der Essenszeiten in wacheren Phasen helfen.

Schwankender Verlauf

Anders als bei stetig progredienten Erkrankungen schwankt die Schluckfunktion bei MS. Die verordnete IDDSI-Stufe muss deshalb regelmässig überprüft und angepasst werden – nach einem Schub, aber auch nach Remission, damit keine unnötige Einschränkung bestehen bleibt.

Ernährung und Gewicht

Erschwertes Essen und Fatigue können zu ungewolltem Gewichtsverlust und Mangelernährung führen. Gleichzeitig kann Immobilität zu Übergewicht beitragen. Eine individuelle Ernährungsberatung und angepasste Konsistenzen nach IDDSI stellen sicher, dass sowohl Sicherheit als auch Nährstoffversorgung gewährleistet sind.

Therapie und Begleitung

Eine funktionelle Schlucktherapie, kompensatorische Schlucktechniken und eine sorgfältige Positionierung verbessern die Sicherheit. Spezialisierte Angebote finden sich unter Anlaufstellen.

Nachvollziehbar

Quellen & Referenzen

  1. [1]Guan, X.L., et al. (2015). Dysphagia in multiple sclerosis: a systematic review and meta-analysis. Multiple Sclerosis and Related Disorders, 4(1), 1-12.
  2. [2]Calcagno, P., et al. (2002). Dysphagia in multiple sclerosis – prevalence and prognostic factors. Acta Neurologica Scandinavica, 105(1), 40-43.
Geprüft von DysphagieFood Administration

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