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Therapie

Schluckmanöver und kompensatorische Techniken

Kinn-zur-Brust, Kopfdrehung, Mendelsohn- und supraglottisches Schlucken – wie gezielte Techniken das Schlucken unmittelbar sicherer machen.

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Kompensation statt Umbau

Kompensatorische Techniken verändern nicht die Schluckfunktion selbst, sondern lenken den Bolus so, dass das Schlucken im Moment sicherer wird. Sie wirken sofort und werden von Logopädinnen individuell ausgewählt und geübt – nie pauschal, weil eine falsch angewandte Technik auch schaden kann.

Haltungstechniken

Die einfachsten Massnahmen betreffen die Kopf- und Körperhaltung. Das Kinn-zur-Brust-Manöver (Chin Tuck) verengt den Atemwegseingang und schafft mehr Schutz. Eine Kopfdrehung zur schwächeren Seite lenkt den Bolus auf die intakte Seite. Mehr dazu im Artikel Haltung und Positionierung.

  • Kinn-zur-Brust: mehr Atemwegsschutz
  • Kopfdrehung: Bolus auf die intakte Seite
  • Kopfneigung: Nutzung der Schwerkraft

Das Mendelsohn-Manöver

Beim Mendelsohn-Manöver hält die Person den Kehlkopf während des Schluckens bewusst kurz in der angehobenen Position. Das verlängert die Öffnung des oberen Speiseröhrenschliessmuskels und verbessert den Bolustransport. Es verlangt Übung und gute Mitarbeit.

Supraglottisches Schlucken

Beim supraglottischen Schlucken wird vor und während des Schluckens bewusst der Atem angehalten und danach gezielt gehustet. So werden die Stimmlippen aktiv geschlossen und eventuelle Reste anschliessend entfernt. Die Technik eignet sich nur für kognitiv gut orientierte Personen.

Kräftigende Manöver

Das kraftvolle («effortful») Schlucken erhöht den Druck des Zungengrunds und räumt den Rachen besser aus. Es steht am Übergang zwischen Kompensation und Training und leitet zur funktionellen Schlucktherapie über.

Sicher anwenden

Welche Technik geeignet ist, zeigt sich oft erst in der instrumentellen Diagnostik, etwa unter Videofluoroskopie. Techniken ersetzen keine angepasste Kost, sondern ergänzen sie – die Auswahl trifft stets eine qualifizierte Fachperson.

Nachvollziehbar

Quellen & Referenzen

  1. [1]Logemann, J.A. (1998). Evaluation and Treatment of Swallowing Disorders (2nd ed.). Austin, TX: Pro-Ed.
  2. [2]Speyer, R., et al. (2010). Effects of therapy in oropharyngeal dysphagia by speech and language therapists: a systematic review. Dysphagia, 25(1), 40-65.
Geprüft von DysphagieFood Administration

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