Die häufigste Ursachengruppe
Neurologische Erkrankungen sind die häufigste Ursache einer Dysphagie. Sie stören die feine Koordination der über 50 Muskelpaare und mehreren Hirnnerven, die am Schlucken beteiligt sind. Man spricht dann von einer neurogenen Dysphagie.
Schlaganfall
Der Schlaganfall ist die bekannteste Ursache. In der Akutphase ist ein grosser Teil der Betroffenen von einer Schluckstörung betroffen. Viele erholen sich, doch ein relevanter Anteil behält eine anhaltende Dysphagie. Ein frühes Screening senkt nachweislich das Risiko einer Aspirationspneumonie.
Fortschreitende Erkrankungen
- Parkinson: verlangsamte, unvollständige Bewegungen, verzögerter Reflex
- Multiple Sklerose: je nach betroffener Region wechselnde Symptome
- Demenz: gestörte Steuerung, Vergessen des Schluckens, Ablenkbarkeit
- ALS und andere Motoneuron-Erkrankungen: fortschreitender Kraftverlust
Besonderheit stille Aspiration
Bei neurologischen Erkrankungen ist die stille Aspiration besonders häufig: Nahrung gelangt ohne Husten in die Atemwege. Deshalb sind instrumentelle Verfahren wie FEES oder Videofluoroskopie hier besonders wertvoll.
Bedeutung für die Kost
Die Kostform wird individuell an das neurologische Krankheitsbild angepasst und regelmässig überprüft – gerade bei fortschreitenden Erkrankungen kann sich der Bedarf ändern. Die Festlegung erfolgt durch ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Logopädie, Pflege und Ernährungsberatung.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): S1-Leitlinie «Neurogene Dysphagie», 2020.
- [2]Burgos, R., et al. (2018). ESPEN guideline clinical nutrition in neurology. Clinical Nutrition, 37(1), 354-396.
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