Wenn der orale Weg nicht genügt
Reicht die orale Aufnahme trotz Kostanpassung und Trinknahrung dauerhaft nicht aus oder ist sie zu unsicher, kann eine enterale (über den Magen-Darm-Trakt) Ernährung notwendig werden. Sie nutzt den funktionierenden Verdauungstrakt und ist der parenteralen (über die Vene) Ernährung meist vorzuziehen.
Sonde ist nicht gleich Sonde
Für kurze Zeiträume wird oft eine nasogastrale Sonde über die Nase gelegt. Ist absehbar länger (in der Regel mehr als einige Wochen) eine Sonde nötig, kommt häufig eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) zum Einsatz – ein direkter Zugang durch die Bauchwand in den Magen.
Was eine PEG leisten kann – und was nicht
Eine PEG sichert Energie, Flüssigkeit und Medikamente. Sie schützt jedoch nicht sicher vor Aspiration, weil weiterhin Speichel und Reflux in die Atemwege gelangen können. Eine gute Mundpflege bleibt deshalb zentral.
Weiteressen trotz Sonde
Eine Sonde bedeutet nicht automatisch das Ende des Essens. Wenn es sicher möglich ist, können kleine Mengen zum Genuss oral gegeben werden – in der verordneten IDDSI-Konsistenz. Diese Kombination erhält Teilhabe und Lebensqualität.
Indikation sorgfältig prüfen
Ob eine Sonde sinnvoll ist, hängt stark von Grunderkrankung, Prognose und Wille der Person ab. Bei fortgeschrittener Demenz ist der Nutzen fraglich – dazu der Artikel Ernährung am Lebensende.
Begleitung durch Fachleute
Anlage, Pflege und Ernährungsplan einer Sonde gehören in fachliche Hände. Ernährungsberatung und ärztliche Betreuung stimmen Menge, Zusammensetzung und Verabreichung individuell ab.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Löser, C., et al. (2005). ESPEN guidelines on artificial enteral nutrition – percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG). Clinical Nutrition, 24(5), 848-861.
- [2]Bischoff, S.C., et al. (2020). ESPEN guideline on home enteral nutrition. Clinical Nutrition, 39(1), 5-22.
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