Mundhygiene rettet Leben
Der Mund ist bei Menschen mit Dysphagie oft stärker besiedelt, weil Selbstreinigung durch Kauen und Speichel reduziert ist. Gelangen diese Keime durch Aspiration in die Lunge, steigt das Risiko einer Aspirationspneumonie. Eine gute Mundhygiene senkt die Keimzahl und ist damit aktive Pneumonieprophylaxe.
Grundregeln
- Zähne mindestens zweimal täglich gründlich reinigen
- Prothesen nach jeder Mahlzeit reinigen und über Nacht sachgerecht aufbewahren
- Auch die Zunge reinigen, um die Keimzahl zu senken
- Mundtrockenheit behandeln, da Speichel eine Schutzfunktion hat
Bei eingeschränkter Mitarbeit
Bei Menschen mit Demenz oder starker Schwäche ist die Mundpflege anspruchsvoll. Ruhe, klare Ansprache, eine gute Lagerung und geeignete Hilfsmittel erleichtern sie. Wichtig ist, dass bei der Pflege möglichst wenig Flüssigkeit aspiriert wird – sparsam befeuchten und absaugen, wo nötig.
Timing
Eine gründliche Mundpflege vor den Mahlzeiten reduziert die Keimzahl für den Fall einer Aspiration während des Essens. Nach den Mahlzeiten entfernt sie Speisereste, die sonst im Mund verbleiben und aspiriert werden könnten.
Teil des Gesamtkonzepts
Mundhygiene wirkt am besten im Zusammenspiel mit der richtigen Kostform, aufrechter Haltung und aufmerksamer Beobachtung – siehe Sichere Nahrungsaufnahme im Alltag.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): S1-Leitlinie «Neurogene Dysphagie», 2020.
- [2]Baijens, L.W.J., et al. (2016). European Society for Swallowing Disorders – European Union Geriatric Medicine Society white paper: oropharyngeal dysphagia as a geriatric syndrome. Clinical Interventions in Aging, 11, 1403-1428.
Austausch
Kommentare
Fragen, Erfahrungen und Fachhinweise zu diesem Beitrag. Bleib bitte sachlich und respektvoll.
Kommentare werden geladen …
