DysphagieFood LogoDysphagieFoodWISSEN. ESSEN. LEBENSQUALITÄT.
Wiki-Übersicht

Praxis

Ernährung und Schlucken am Lebensende

Wenn sicheres Schlucken nicht mehr möglich ist: ethische Überlegungen zu Sondenernährung, Risk-Feeding und Lebensqualität.

Fachlich geprüft Version 1.0
Merken

Eine sensible Frage

Bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen stellt sich manchmal die Frage, ob und wie weiter oral ernährt werden soll. Diese Entscheidung berührt Sicherheit, Würde und Lebensqualität zugleich. Sie lässt sich nicht schematisch beantworten, sondern nur im Einzelfall.

Grenzen der Sondenernährung

Eine Sondenernährung kann Ernährung sichern, verhindert aber nicht zuverlässig eine Aspiration, etwa von Speichel. Bei fortgeschrittener Demenz zeigen Studien keinen klaren Vorteil für Überleben oder Lebensqualität. Nutzen und Belastung müssen daher sorgfältig abgewogen werden.

Risk-Feeding als bewusste Wahl

Manche Menschen möchten trotz Aspirationsrisiko weiter essen und trinken, weil Genuss und Teilhabe für sie im Vordergrund stehen. Ein solches «Risk-Feeding» oder «Comfort-Feeding» ist eine legitime, gemeinsam getroffene Entscheidung, die dokumentiert und begleitet wird.

Selbstbestimmung achten

Im Zentrum steht der Wille der betroffenen Person, soweit er bekannt ist – etwa über eine Patientenverfügung. Können sich Betroffene nicht mehr äussern, tritt der mutmassliche Wille an diese Stelle, ermittelt gemeinsam mit den Angehörigen.

Genuss und Sicherheit verbinden

Auch am Lebensende bleibt gutes Essen wichtig. Sichere, gut schmeckende texturangepasste Speisen nach IDDSI und eine sorgfältige Mundpflege erhalten Komfort und Würde.

Im Team entscheiden

Solche Entscheidungen trifft niemand allein. Ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Pflege, Logopädie, Ernährungsberatung und ggf. Seelsorge begleitet den Prozess – einfühlsame Unterstützung für Angehörige beschreibt Angehörige begleiten.

Nachvollziehbar

Quellen & Referenzen

  1. [1]Druml, C., et al. (2016). ESPEN guideline on ethical aspects of artificial nutrition and hydration. Clinical Nutrition, 35(3), 545-556.
  2. [2]Sampson, E.L., Candy, B., & Jones, L. (2009). Enteral tube feeding for older people with advanced dementia. Cochrane Database of Systematic Reviews, (2), CD007209.
Geprüft von DysphagieFood Administration

Austausch

Kommentare

Fragen, Erfahrungen und Fachhinweise zu diesem Beitrag. Bleib bitte sachlich und respektvoll.

Kommentare werden geladen …