Ein unterschätztes Problem
Die Einnahme fester Arzneiformen ist bei Dysphagie oft schwierig und riskant. Tabletten können im Rachen haften bleiben, aspiriert werden oder mit angedickten Getränken schlechter transportiert werden. Zugleich darf die Wirksamkeit der Medikamente nicht leiden.
Nicht einfach mörsern
Nicht jede Tablette darf geteilt oder gemörsert werden. Retardformen, magensaftresistente Überzüge und bestimmte Wirkstoffe verlieren dadurch ihre Wirkung oder werden gefährlich. Ob und wie eine Arzneiform verändert werden darf, klären Ärztin oder Apotheke individuell.
Mögliche Alternativen
- Flüssige oder als Tropfen verfügbare Darreichungsformen
- Schmelztabletten oder Granulate, sofern geeignet
- Transdermale Pflaster als Umgehung des Schluckens
- Anpassung des Einnahmezeitpunkts an die sicherste Konsistenz
Einnahme mit angedickten Medien
Werden Medikamente in angedickte Flüssigkeit oder Brei gegeben, kann dies die Aufnahme beeinflussen. Andickungsmittel und Wirkstoffe können wechselwirken. Auch deshalb gehört dieser Schritt fachlich begleitet.
Zusammenarbeit ist zentral
Die sichere Medikamenteneinnahme ist Teamarbeit von Ärzteschaft, Apotheke, Pflege und Ernährungsberatung. Ändern Sie eine Einnahmeform nie eigenmächtig, sondern stets nach fachlicher Rücksprache.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Cichero, J.A.Y. (2013). Thickening agents used for dysphagia management: effect on bioavailability of water, medication and feelings of satiety. Nutrition Journal, 12, 54.
- [2]Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): S1-Leitlinie «Neurogene Dysphagie», 2020.
Austausch
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