Warum Getränke eingestuft werden
Dünnflüssige Getränke fliessen schnell und sind für viele Menschen mit Dysphagie besonders schwer zu kontrollieren. Angedickte Flüssigkeiten fliessen langsamer und geben dem Schluckvorgang mehr Zeit. IDDSI ordnet Getränke den Stufen 0 bis 4 zu.
Die fünf Stufen
- Level 0 – dünnflüssig: fliesst wie Wasser
- Level 1 – leicht verdickt: etwas dicker, noch durch den Halm trinkbar
- Level 2 – mässig verdickt: aus dem Becher trinkbar, deutlich langsamer
- Level 3 – stark verdickt: trink- und löffelbar, fliesst langsam
- Level 4 – extrem dick: hält die Form, wird gelöffelt
Prüfung mit dem Fliesstest
Getränke werden mit dem IDDSI-Fliesstest geprüft: Man misst, wie viel Flüssigkeit nach zehn Sekunden in einer 10-ml-Spritze verbleibt. Je mehr zurückbleibt, desto dicker die Stufe.
Nutzen und Grenzen
Angedickte Getränke können die Schlucksicherheit verbessern, werden aber nicht von allen gern getrunken. Eine geringere Trinkmenge erhöht das Risiko einer Dehydratation. Die richtige Stufe ist deshalb immer eine individuelle, fachlich getroffene Abwägung zwischen Sicherheit und Trinkmenge.
Praxishinweise
Andickungsmittel brauchen eine Nachquellzeit, und die Viskosität kann sich mit der Temperatur und dem Getränk (etwa Saft mit Fruchtsäure) verändern. Getränke werden nach dem Anrühren stehen gelassen und vor der Ausgabe erneut geprüft.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]International Dysphagia Diet Standardisation Initiative (IDDSI). Complete IDDSI Framework – Detailed Definitions 2.0, 2019.
- [2]Newman, R., et al. (2016). Effect of Bolus Viscosity on the Safety and Efficacy of Swallowing and the Kinematics of the Swallow Response in Patients with Oropharyngeal Dysphagia. Dysphagia, 31, 232-249.
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