Atemweg und Schluckweg
Eine Trachealkanüle sichert die Atmung über einen Zugang in der Luftröhre. Weil Atmung und Schlucken denselben Raum teilen, beeinflusst die Kanüle das Schlucken erheblich. Viele Menschen mit Trachealkanüle haben zugleich eine Dysphagie – beides muss gemeinsam betrachtet werden.
Wie die Kanüle das Schlucken verändert
Die Kanüle kann die Beweglichkeit des Kehlkopfs einschränken, den natürlichen Luftstrom durch Mund und Nase umleiten und die Sensibilität im Kehlkopf herabsetzen. Das schwächt Hustenreflex und Atemwegsschutz und begünstigt eine stille Aspiration.
Die Rolle des Cuffs
Viele Kanülen haben eine aufblasbare Manschette (Cuff), die die Luftröhre abdichtet. Ein geblockter Cuff schützt zwar die Beatmung, verhindert aber den normalen Luftstrom nach oben und kann das Schlucken zusätzlich stören. Ob und wann entblockt wird, entscheidet das Behandlungsteam.
Sprechventil und Wahrnehmung
Ein Sprechventil leitet die Ausatemluft wieder über Kehlkopf und Mund. Das ermöglicht nicht nur Sprechen, sondern verbessert auch die Wahrnehmung im Kehlkopf und kann so das Schlucken und den Hustenschutz unterstützen. Der Einsatz erfolgt nur nach fachlicher Freigabe.
Essen mit Kanüle
Ob und wie oral gegessen werden darf, hängt vom Einzelfall ab und wird instrumentell abgeklärt – häufig mit FEES. Bis dahin gelten strenge Vorsichtsmassnahmen und eine angepasste IDDSI-Konsistenz.
Enge Zusammenarbeit
Das Management einer Trachealkanüle ist immer interdisziplinär – Intensiv- und HNO-Medizin, Pflege, Logopädie und Atemtherapie arbeiten zusammen. Spezialisierte Zentren finden sich unter Anlaufstellen.
Nachvollziehbar
Quellen & Referenzen
- [1]Prigent, H., et al. (2012). Effect of a tracheostomy speaking valve on breathing-swallowing interaction. Intensive Care Medicine, 38(1), 85-90.
- [2]Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie «Neurogene Dysphagie» (2020).
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