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Geliermittel

Kappa-Carrageen

E 407Rotalgen

Bildet feste, spröde und transparente Gele in Anwesenheit von Kaliumionen. Neigt zur Synärese – in Kombination mit Johannisbrotkernmehl wird das Gel elastischer.

Produktbild: Kappa-Carrageen
Produktbild: Texturas

Steckbrief

  • E-Nummer: E 407
  • Herkunft: sulfatiertes Polysaccharid aus Rotalgen, vegan
  • Technologische Eignung (IDDSI-Texturen): vorwiegend Stufen 6–7 (festes Gel)
  • Verarbeitung: heiss löslich, geliert beim Abkühlen mit Kaliumionen
  • Mundgefühl & Optik: transparent, fest, bricht beim Schneiden
  • Ideal für: stabile Gelees, Aspik-Ersatz, herzhafte Sülzen

Eigenschaften & Textur

Kappa-Carrageen bildet – im Gegensatz zum weichen, elastischen Iota-Carrageen – feste, spröde Gele. Die Gelbildung wird durch Kaliumionen verstärkt. Ein typisches Merkmal ist die Synärese (Wasseraustritt) über die Zeit.

Die Gele sind transparent und brechen beim Schneiden mit klarer Kante.

Einsatz in der Dysphagiekost

Reine Kappa-Gele sind spröde und können brechen – für die Schlucksicherheit ist das nicht immer ideal. Durch die Kombination mit Johannisbrotkernmehl wird das Gel deutlich elastischer und weniger brüchig, was es für die Konsistenzkost besser geeignet macht.

Für formstabile, schnittfeste Komponenten (z. B. herzhafte Sülzen) ist Kappa gut geeignet, sofern Kau- und Schluckfähigkeit gegeben sind.

Vergleich mit Iota-Carrageen

Kappa: festes, sprödes Gel mit Kalium, transparent, neigt zu Synärese.

Iota: weiches, elastisches, schmelzendes Gel mit Kalzium, geringere Synärese – für Dysphagie oft die sicherere Wahl.

Beide sind thermoreversibel und lassen sich gezielt kombinieren, um Festigkeit und Elastizität einzustellen.

Verarbeitung & Dosierung

Kappa-Carrageen in der Flüssigkeit dispergieren und auf etwa 75–80 °C erhitzen, bis es vollständig gelöst ist; beim Abkühlen unter rund 40 °C bildet sich das Gel. Für eine stabile Gelbildung sind Kaliumionen nötig (z. B. aus Milch oder einer Kaliumsalz-Zugabe).

Richtwert: rund 0,5–1,5 % für feste Gele. Ein Zusatz von Johannisbrotkernmehl (ca. 10–20 % des Kappa-Anteils) macht das Gel elastischer und reduziert die Synärese. Fertige Konsistenz mit der passenden IDDSI-Methode prüfen.

Sicherheit & Regulatorik

Carrageen (E 407) ist in der EU und der Schweiz zugelassen. Die EFSA hat es 2018 neu bewertet und eine vorläufige (temporäre) ADI von 75 mg/kg Körpergewicht pro Tag abgeleitet; für Säuglingsnahrung wurden zusätzliche Vorgaben gemacht. Abzugrenzen ist Carrageen (zugelassen) von «degradiertem Carrageen» (Poligeenan), das nicht als Lebensmittelzusatzstoff verwendet wird.

Reine Kappa-Gele sind spröde und können brechen – für die Schlucksicherheit ist die Kombination mit Johannisbrotkernmehl vorteilhaft.

Synerese (Wassertrennung)

Risiko erhöht

Kappa-Carrageen bildet spröde, feste Gele, die deutlich zur Synerese neigen — insbesondere bei Lagerung und Temperaturschwankungen. Für Level-4-Anwendungen nur in Kombination mit Iota oder Johannisbrotkernmehl empfehlenswert.

Mehr zu Synerese bei IDDSI Level 4 →

Frost-Tau-Stabilität

Gering

Allein eingesetzt verliert Kappa-Carrageen nach dem Auftauen deutlich an Elastizität und neigt zu Wasserabscheidung. Die Kombination mit Johannisbrotkernmehl oder Iota-Carrageen kann die Frost-Tau-Stabilität merklich verbessern.

Mehr zu Frost-Tau-Stabilität bei IDDSI Level 4 →

Wissensposter

Kompakte Fachübersicht zu Kappa-Carrageen für die Profiküche – Eigenschaften, Verarbeitung, Dosiertabelle und Praxistipps auf einen Blick. Zum Vergrössern anklicken oder als PDF für Ausdruck und Küchenwand herunterladen.

Produktangaben

Kompakte Praxisangaben, wie sie typischerweise auf der Produktverpackung stehen.

Eigenschaften
Cremefarbenes Pulver aus Rotalgen. Heiss löslich; bildet mit Kaliumionen feste, spröde, transparente und thermoreversible Gele. Neigt zur Synärese (Wasseraustritt).
Anwendung
In Flüssigkeit dispergieren, auf ~75–80 °C erhitzen, Kaliumquelle sicherstellen, abkühlen lassen (geliert < 40 °C). Dosierung ca. 0,5–1,5 %. Mit Johannisbrotkernmehl elastischer.
Zutaten
Kappa-Carrageen (E 407) aus Rotalgen.
Hinweise
Reine Gele spröde/brüchig – für Dysphagie mit Johannisbrotkernmehl kombinieren. Kühl und trocken lagern.

Fachquellen & Hinweise

  • Konsistenz- und Level-Angaben orientieren sich am IDDSI-Framework (iddsi.org).
  • Die E-Nummer folgt der EU-Zusatzstoffkennzeichnung; für Dosierung und Verarbeitung sind stets die jeweiligen Herstellerangaben massgeblich.
  • Produktbild: Texturas.

Die Fachprofile dienen der Orientierung und ersetzen keine individuelle fachliche Beratung. Jede fertige Konsistenz mit der passenden IDDSI-Methode prüfen.